Schweinemast in Beelen als Gewerbebetrieb

Zu einem Gedankenaustausch über die Vereinbarkeit von gewerblich betriebener Schweinemast und Naturschutzinteressen traf sich eine Delegation der Fraktion BÜDNIS 90 / DIE GRÜNEN im Kreistag Warendorf mit der Interessengemeinschaft zum Erhalt des Naturschutzgebietes Holtbaum und Beelener Mark. In dessen Nähe, ca. 100 m südwestlich gelegen, soll bekanntlich nach dem Willen des Eigentümers einer Hofstelle eine gewerblich betriebene Mast mit 1248 Mastschweinen und 748 Ferkeln entstehen. Der Bauantrag ist gestellt. Das Verfahren stockt derzeit, weil die Interessengemeinschaft sich dagegen wehrt und dafür schon über eintausend Unterschriften gesammelt hat. Die Tennenställe vor Ort sind über eine Teilbaugenehmigung wohl bereits genehmigt; die eingereichte Klage der Anwohner, die sich auf Emissionsrecht stützt, hat keine aufschiebende Wirkung. Der Rat der Gemeinde Beelen hat zu dem Bauantrag das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt.

26.10.15 –

Zu einem Gedankenaustausch über die Vereinbarkeit von gewerblich betriebener Schweinemast und Naturschutzinteressen traf sich eine Delegation der Fraktion BÜDNIS 90 / DIE GRÜNEN im Kreistag Warendorf mit der Interessengemeinschaft zum Erhalt des Naturschutzgebietes Holtbaum und Beelener Mark. In dessen Nähe, ca. 100 m südwestlich gelegen, soll bekanntlich nach dem Willen des Eigentümers einer Hofstelle eine gewerblich betriebene Mast mit 1248 Mastschweinen und 748 Ferkeln entstehen. Der Bauantrag ist gestellt. Das Verfahren stockt derzeit, weil die Interessengemeinschaft sich dagegen wehrt und dafür schon über eintausend Unterschriften gesammelt hat. Die Tennenställe vor Ort sind über eine Teilbaugenehmigung wohl bereits genehmigt; die eingereichte Klage der Anwohner, die sich auf Emissionsrecht stützt, hat keine aufschiebende Wirkung. Der Rat der Gemeinde Beelen hat zu dem Bauantrag das gemeindliche Einvernehmen nicht erteilt.

„Dass jemand, der auf einem Bauernhof geboren wurde, Landwirtschaft im Rentenalter betreiben möchte, kann man gut verstehen“, so Kreistagsmitglied Bernhard Drestomark „aber dass dabei eine gewerbliche Mast betrieben werden soll, wenn keine Fläche vorhanden ist, die Gülle auszubringen und Futtermittel zu produzieren, ist mit dem Gedanken einer umweltverträglichen Landwirtschaft unvereinbar.“ Die in der Nähe vorhandene bereits von derselben Person geführten Hofstelle, ca. 1000m entfernt, wird landwirtschaftlich mit ca. 4000 Schweinen betrieben. Diese müsse mit dem beabsichtigten Bauvorhaben als ein Gesamtbetrieb an zwei Orten gesehen werden, so die einhellige Meinung.

„Das Ganze ist ein Beispiel für Überproduktion, die niemand will“, so die Vertreter der Interessengemeinschaft. „Hohe Qualität ist der Maßstab für Produkte ‚made in Germany‘, nicht ein möglichst geringer Preis.“ „In das ‚critical load‘, die Belastungsgrenze der Natur durch u.a. Stickstoff, muss von den Behörden eigentlich auch die Vorbelastung durch Verkehr, Industrie und Gebäude eingerechnet werden, wenn es um die Verträglichkeit einer neuen Mastanlage mit einem benachbarten Naturschutzgebiet geht“, so Daniel Kebschull, Geschäftsführer der bündnisgrünen Kreistagsfraktion. Doch dies geschieht nicht, weil den Behörden völlig klar ist, dass dann kein einziger neuer Stall im Münsterland mehr genehmigungsfähig wäre, weil die Stickstoffbelastung hier bereits viel zu hoch ist.

Auch die Grundwasserversorgung des Schutzgebietes sieht die Interessengemeinschaft in Gefahr.    „20 000 Liter pro Tag sind zu viel und werden den Grundwasserspiegel weiträumig sinken lassen“, wovon die Interessengemeinschaft überzeugt ist, auch wenn die untere Wasserbörde Auswirkungen auf die umliegenden Flächen nur in einem Umkreis von 30 m um die Entnahmestelle sieht. „Die Grundwasserentnahme wird das Naturschutzgebiet ebenfalls beeinträchtigen.“

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