14.01.2020

Emshof präsentiert 30 Jahre Entwicklung als Schulbauernhof

Der Emshof präsentiert 30 Jahre Entwicklung als Schulbauernhof

Mitglieder aus der Landes- und Kommunalpolitik informieren sich vor Ort über die Arbeit auf dem Emshof.

Der Schulbauernhof Emshof ist als Regionalzentrum im Landesnetzwerk Bildung, für nachhaltige Entwicklung für den Kreis Warendorf zuständig. Die Hofstätte im Besitz der Stadt Münster liegt an der Grenze Münster/Telgte im Kreis Warendorf. Hier arbeiten die PädagogInnen handlungsorientiert und vermitteln Aspekte aus den Bereichen Ökologie, Wirtschaft, Soziales und Interkulturelles. Diese Aufgabenstellung macht den Emshof zu einem begehrten Besuchsobjekt.

Norwich Rüße, Mitglied des Landtages NRW, Helmut Fehr, Mitglied der Landschaftsversammlung, Karl Stelthove und Joachim Thiel vom Kreisverband der Grünen in Warendorf nutzten das Angebot des Emshofes für ein umfassendes Gespräch mit der Geschäftsführerin Ute Wichelhaus vom Emshof. Das reichhaltige Angebot für Schulklassen, sowie Kinder- und Jugendgruppen wurde im vergangenen Jahr von etwa fünftausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer besucht.

Das pädagogische Konzept des Schulbauernhofes vermittelt den natürlichen Jahreszyklus eines Bauernhofes. Säen, düngen, pflegen, ernten und verarbeiten der angebauten Pflanzen bestimmen, je nach Jahreszeit, den Einsatz der Kinder und Jugendlichen. „Die Begleitung des langen Weges der Nahrungsmittel führt zu neuen Erkenntnissen und einer neuen Wertschätzung von Lebensmitteln“, so Ute Wichelhaus, die als Geschäftsführerin den Emshof leitet.

Der Emshof hat sich in den vergangenen Jahren gut entwickelt. Insbesondere konnten den Besuchern die Räumlichkeiten im Küchen und Wirtschaftsbereich vorgestellt werden. Norwich Rüße, Mitglied des Landtages und Sprecher der Grünen im Ausschuss Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, weiß um die schwierigen Rahmenbedingungen der Finanzierung und fand für die Entwicklungsleistung des Emshofes anerkennende Worte. Uta Höcker, Landwirtin des Emshofes, stellte die Arbeit vor.

Im anschließenden Austausch ging es um die Themen Bildung und Landwirtschaft. Insbesondere wurden die aktuellen sozioökonomischen Rahmenbedingungen der Landwirtschaft diskutiert. „Die Erzeugung von Lebensmitteln muss wertgeschätzt werden“, so Uta Höcker, die auf dem Emshof für den Ackerbau, die Tierhaltung und den Garten zuständig ist. „Mehr Platz für die Tiere und bessere Haltungsbedingungen sind nicht zum Null-Tarif zu haben“. Politik, Verbraucher, Handel und Landwirte müssten aufeinander zugehen, um eine echte Wende in Richtung mehr Nachhaltigkeit zu schaffen.

Politik wird auch mit dem Einkaufskorb gemacht. Der Emshof bietet für Besucher ein kleines, saisonal ausgerichtetes Angebot aus selbsterzeugten Produkten an. Besonders beliebt sind Produkte aus der hofeigenen Schafhaltung. Verkauft wird beispielsweise ein halbes Lamm (Bentheimer Landschaf), bestehend aus einer Schulter, einer Keule, Koteletts, Hackfleisch, Rippchen und Haxen. Die einzelnen Teile sind vakuumiert, so dass die Pakete ganz praktisch direkt eingefroren werden können. Daneben sind auch Bratwürste vom Schaf und vom Schwein sowie Schafsalami und Leberkäs vom Sattelschwein erhältlich. Der nächste Schlachttermin wird in den nächsten Wochen liegen, bei Interesse reicht eine kurze Nachricht an schulbauernhof@emshof.de oder telefonisch unter 02504 729688. Neben dem Fleisch bietet der Hof aktuell die beliebten Emshof-Kartoffeln an, die Sorten Anuschka und Afra werden von kleinen und großen Kartoffelliebhabern geschätzt und können während der Öffnungszeiten (Mo-Fr von 8.00-17.00 Uhr) erworben werden. Die Direktvermarktung von selbsterzeugten Produkten ist fester Bestandteil des Schulungskonzeptes des Emshofes.

Hier wird immer wieder erlebbar, in wieweit der Verbraucher bereit ist, den Wunsch nach einer ökologischen, nachhaltigen Lebensmittelproduktion, real umzusetzen. Dass die Wertschätzung der Landwirtschaft funktioniert, auch bei jungen Freiwilligen, die auf dem Emshof wohnen und arbeiten, erläuterte Ute Wichelhaus. Von den jungen Menschen, die in den letzten Jahren auf dem Emshof im Rahmen des Freiwilligendienstes arbeiteten, haben sich einige bewusst für eine landwirtschaftliche Ausbildung entschieden.

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