Igelschutz braucht viele Hände: Igelkonferenz in Oelde bringt Aktive, Fachleute und Politik zusammen

Grüne Igelkonferenz

05.09.26 –

Rund 50 Menschen sind kürzlich im Bürgerhaus Oelde zur Igelkonferenz zusammengekommen. Eingeladen und organisiert hatte der Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen Warendorf. Gekommen sind Aktive aus der Igelhilfe, Fachleute aus der Wildtiermedizin, Naturschutzverbände und Politiker:innen – unter anderem die Private Igelhilfe Beckum, die Aktive Wildtierhilfe Münster, der NABU-Kreisverband Warendorf sowie der Landtagsabgeordnete Dr. Volkhard Wille.

Der Igel gehört zu den bekanntesten Wildtieren in heimischen Gärten und steht zugleich zunehmend unter Druck, durch Lebensraumverlust, Verkehr und weitere Umweltbelastungen. Wer sich für ihn einsetzt, tut das bislang meist im Kleinen und ohne Austausch untereinander. „Uns ging es darum, die Menschen zusammenzubringen, die daran arbeiten und genau das ist an diesem Tag gelungen", sagt Nicole Haferkemper-Selau, Sprecherin des Kreisverbands.

Den fachlichen Rahmen setzten mehrere Keynotes, unter anderem von der Landestierschutzbeauftragten Dr. Gerlinde von Dehn und von der Aktiven Wildtierhilfe Münster e.V. In sechs Workshops ging es um erste Schritte in der Igelhilfe, um Finanzierung, um Versorgungslücken in der Wildtiermedizin und um igelfreundliche Gärten. Ein Workshop widmete sich dem Antrag im Landtag, mit dem der Igelschutz in Nordrhein-Westfalen gestärkt werden soll.

„Die Vielfalt der Teilnehmer:innen hat mich beeindruckt. Menschen, die seit Jahren Igel aufpäppeln, Tierärztinnen und Tierärzte, Leute aus den Räten. Alle haben ein Blick auf das Problem, aber unterschiedliche Werkzeuge", sagt Anja Beiers, Mitglied des Kreisverbandsvorstands und Landtagskandidatin für Warendorf Nord. „Die Berichte der zunehmenden auch mentalen Belastung durch die steigende Anzahl der Tiere insbesondere der schwer verletzten Tieren, lassen einen klaren politischen Auftrag für die Wildtierhilfe erkennen. Daran wollen wir arbeiten.“

„Auf der Igelkonferenz wurde deutlich: Neben der Gestaltung igelfreundlicher Gärten ist die Regulierung von Mähroboterzeiten ein wichtiger Hebel für den Tierschutz. Zudem bieten Straßenbegleitgrün, Parks und andere kommunale Flächen wertvolle Lebensräume für Igel. Die Pflege dieser Flächen entscheidet maßgeblich darüber, ob Igel dort Nahrung, Schutz und Winterquartiere finden.Igel benötigen Wanderkorridore. Deshalb muss eine Stärkung der Biotopverbunde in den Fokus genommen werden. Mit engagierten Vertreter:innen aus verschiedenen Kommunen haben wir diskutiert, wie der Wildtierschutz vor Ort auf politischer Ebene wirksam umgesetzt werden kann,“ so Valeska Grap, Sprecherin der Kreistagsfraktion Warendorf BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN.

Es wurde deutlich, wie groß das Potential für eine regionale Zusammenarbeit ist. Der Kreisverband Warendorf BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN überlegt eine Fortsetzung des Formats, um den Aktiven die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen und Ergebnisse auszutauschen und auf dem aktuellen Stand der Igel- und Wildtierhilfe zu bleiben.

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